Herrensitzung

14.02.2020 ab 20:11 Uhr, großer Saal, Stadthalle Speyer

Nix für ungut..." hieß es auf der Einladung zur ersten Herrensitzung am 21. Januar 1966. Das war an die Damen gerichtet - mit der Bitte um die Freigabe des männlichen Geschlechts. Die Herrensitzungen der SKG haben kaum Vergleichbares weit und breit. Oberstes Gebot: Kein weibliches Wesen, sei es berockt oder behost, hat Zutritt. Und schon gar kein Recht, das Wort zu ergreifen. Die Männerrunde tagt in rund fünfstündiger Klausur, gefolgt von einer Nachsitzung, welche erst in den frühen Morgenstunden endet.

Die Idee zur SKG-Herrensitzung hatte Otto Heß. Er wollte die Männerrunde der "Schbeiermer unner sich, Fremde vun auswärts zugelosse, wann se sich anschtännich benemme". Über den geistreichen Vortrag von Otto Heß in der ersten Herrensitzung über "den Furz in allen seinen Tonlagen" schmunzeln die Eingeweihten heute noch. Er ist leider weder als Manuskript noch auf Tonband erhalten geblieben. Drei Monate später, im April 1966, starb Otto Heß. Seine Idee lebt jedoch weiter - die Herrensitzungen wurden zum festen Bestandteil der Speyerer Fasnacht.

Höchstens 111 Narren faßte der Saal im Historischen Museum, seit 1980 wurde die Herrensitzung wegen des nicht mehr zu bändigenden Zuspruchs auf zwei aufeinanderfolgende Abende erweitert. Jeder, der einmal dabei war, wird schriftlich eingeladen - und kann auf seiner Rückantwort vermerken, dass er noch jemanden mitbringt. Es empfiehlt sich, die Zusage bald abzuschicken. Beim eingeschränkten Platzanbebot sind die wenigen Zentimeter Sitzfläche pro Mann sehr begehrt. Ab 2018 findet die Herrensitzung wieder an einem Abend statt, aber in der Speyerer Stadthalle, wo wesentlich mehr Platz pro Mann zur Verfügung steht. Nun kann jeder Mann am seit Jahren beliebteren Freitagabend kommen.

In den Herrensitzungen ist nichts Politisch-Menschliches tabu. Zotiges oder Geschmackloses verhindert die "Keesglock", die drohend am Balken über dem Kopf eines jeden Redners schwebt - und im Bedarfsfall herabgelassen wird. Doppelzüngige Reden, Stimmung bei Wein ohne Weib mit Gesang (selbstverständlich wird auch Bier ausgeschenkt) und als "Eintrittskarte" und Erinnerung ein Weinglas mit dem jeweiligen Jahresmotto der SKG sorgen für einen unvergesslichen Abend. "Allenfalls machen Sie nichts verkehrt, wenn Sie über unsere verkehrsbeunruhigten Gassen anschleichen. Wer bei uns verkehrt, verkehrt (nicht) verkehrt!"

Horst Kapp ist seit der Kampagne 2018/2019 der neue Sitzungspräsident der bekannten Herrensitzung.

Seit 1985 ist er aktives Mitglied  und brillierte in verschiedenen Rollen als Büttenredner.

Er selbst sagte, dass sein Vater schon als Protokoller bei der SKG war und ihm  bei seinen Anfängen und in den ersten Jahren, speziell im Büttenreden schreiben, unterstützt und geholfen hat.

Sein Bekanntheitsgrad wurde größer, seit er ab 1999 den Till von Speyer verkörperte. Das Narrenvolk wurde reihenweise mit seinen geistreichen, mit feinem Humor gespickten Reden in den Bann gezogen und begeistert..

Ein Mann wie Horst Kapp war aber nicht nur bei der SKG rege tätig.

Als  ein guter Fasnachter hat er auch seinen früheren Arbeitgeber die Polizei, mit dem Virus Fasnacht infiziert. Dort organisierte und leitete er die Polizeifasnacht, wo auch gerne andere Vereine daran teilnahmen.

Überzeugen Sie sich selbst und erleben Sie Horst Kapp doch einmal live.

Besuchen Sie als Herr die Herrensitzung und lassen Sie sich von ihm in bester Manier durch den Abend führen.